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Estonia from Tartu
Diese Route wurde erstellt von:
RouteXpert Jan Koelstra - Senior Rx
Letzte Änderung: 05-04-2026
Routenzusammenfassung

Diese Route durch Ostestland führt Sie von der intellektuellen Wiege des Landes bis an den rauen Rand Europas. Es ist eine Reise voller Kontraste: von märchenhaften Schlössern bis hin zu orthodoxer Mystik.

Die Reise beginnt in Tartu, der ältesten Stadt des Baltikums, deren Atmosphäre von der historischen Universität und dem Brunnen der „Küssenden Studenten“ geprägt ist. Von hier aus geht es weiter zum riesigen Peipussee, einem Binnenmeer, das die Grenze zu Russland bildet.

Entlang der Küste liegen Kolkja, Kallaste und Mustvee. Diese Region ist bekannt für den Anbau der berühmten Peipuszwiebeln und den Verkauf von Trockenfisch am Straßenrand. Sie ist das Herzstück der Zwiebelstraße und Heimat der Altgläubigen. In Kolkja können Sie die authentische Kultur (und köstlichen Zander) erleben, während Kallaste mit seinen roten Sandsteinfelsen beeindruckt. Dazwischen thront Alatskivi, dessen schneeweißes Schloss – nach dem Vorbild des schottischen Balmoral erbaut – der estnischen Landschaft einen unerwarteten Hauch britischen Adels verleiht. Mustvee ist einzigartig, da dort fünf verschiedene Konfessionen friedlich zusammenleben.

Die Straße nach Norden führt an Tudulinna und Iisaku vorbei, wo die Natur vorherrscht. Der Aussichtsturm in Iisaku bietet einen spektakulären Blick über die weitläufigen Wälder von Alutaguse. Ein absolutes Highlight ist Kuremäe mit dem Kloster Pühtitsa. Mit seinen charakteristischen grünen Dächern und goldenen Kuppeln ist es das einzige russisch-orthodoxe Nonnenkloster in Estland.

Die Route endet an der Mündung des Flusses ins Meer. In Narva-Jõesuu erwarten Sie der historische Leuchtturm und der längste Sandstrand des Landes. Ihre Reise endet in Narva, einer Stadt mit einzigartiger Atmosphäre. Hier, an der imposanten Hermannsburg, stehen Sie buchstäblich Auge in Auge mit Russland; die russische Festung Ivangorod liegt nur einen Steinwurf entfernt auf der anderen Flussseite. Die abwechslungsreiche Landschaft und Kultur, die Sehenswürdigkeiten und die angenehmen Straßen führen zu einer 4-Sterne-Bewertung.

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Urteil
Dauer
7h 41m
Reisemodus
Auto oder Motorrad
Entfernung
282.71 km
Länder
Pühtitsa monastery Kuremae
RouteXpert-Überprüfung
Wer glaubt, Estland ende an den mittelalterlichen Mauern Tallinns, hat die Seele des Landes noch nicht wirklich erfasst. Um sie zu finden, muss man Kurs auf Südosten nehmen und von dort der zerklüfteten Grenze zum Russischen Bären nordwärts folgen. Diese Route ist eine Reise durch die Zeit, von der intellektuellen Aufklärung in Tartu über die beschaulichen religiösen Traditionen am Peipussee bis hin zur rauen, industriellen Romantik von Narva.

Tartu
Die Reise beginnt in Tartu, der Stadt, die von den Esten liebevoll „Stadt der guten Gedanken“ genannt wird. Hier herrscht eine Atmosphäre, die man in anderen europäischen Städten selten findet: eine Mischung aus akademischer Ernsthaftigkeit und studentischer Unbekümmertheit. Das Herz der Stadt ist der Raekoja Plats, wo das Rathaus mit seiner zartrosa Fassade den Platz überblickt. Davor steht der Brunnen mit den küssenden Studenten, ein Symbol der Stadt, deren Stadt seit 1632 den Rhythmus vorgibt. Beim Aufstieg zum Toomemägi-Hügel offenbaren die imposanten Ruinen des Doms von Tartu die Pracht dieser Vergangenheit. Es ist ein Ort, an dem man zwischen jahrhundertealten Lindenbäumen, über die Engelsbrücke und die Teufelsbrücke wandern und sich fragen kann, wie viele philosophische Diskussionen hier im Schatten stattgefunden haben. Vergessen Sie auch nicht das Supilinn-Viertel, die „Suppenstadt“, wo die Straßen Namen wie Erbse und Bohne tragen und wo die Holzhäuser aussehen, als wären sie mit einer gehörigen Portion Charakter und ein bisschen zu eben gebaut worden.

Kolkja
Sobald man Tartu verlässt und Richtung Osten fährt, verändern sich Landschaft und Kultur dramatisch. Man befindet sich nun auf der sogenannten Zwiebelstraße, einem Landstreifen entlang des Ufers des mächtigen Peipussees. In Dörfern wie Kolkja taucht man in die Welt der Altgläubigen ein. Diese religiöse Minderheit floh im 17. Jahrhundert aus Russland, um Verfolgung zu entgehen, und ihre Lebensweise hat sich seither bemerkenswert gut erhalten. Hier findet man keine geschäftige Tourismusbranche, sondern einfache Holzhäuser mit ordentlich angelegten Gemüsegärten, in denen die berühmten Peipuszwiebeln wachsen. Ein Besuch im örtlichen Museum oder eine einfache Mahlzeit mit frisch gefangenem Zander und Tee aus dem Samowar ist eine Lektion in Bescheidenheit und Tradition. Die Einheimischen sind stolz und zurückhaltend, doch ihr handwerkliches Können ist überall sichtbar, von den handgeknüpften Fischernetzen bis hin zu den perfekt gestapelten, goldgelben Zwiebeln, die am Straßenrand zum Verkauf angeboten werden.

Alatskivi
Nur wenige Kilometer weiter erwartet Sie ein visuelles Spektakel ganz anderer Art: Alatskivi. Hier erhebt sich das schneeweiße Schloss Alatskivi, das mit seinen unzähligen Türmen und Zinnen wie direkt aus den schottischen Highlands hierher versetzt wirkt. Erbaut im Stil von Schloss Balmoral, bildet es einen fast surrealen Kontrast zu den bescheidenen Fischerhäusern, an denen Sie gerade vorbeigefahren sind. Im Inneren erzählt es die Geschichte der Adelsfamilie von Nolcken und beherbergt zudem ein Museum, das Eduard Tubin, einem der größten Komponisten Estlands, gewidmet ist. Die umliegenden Gärten und der See machen diesen Ort zu einem der romantischsten Haltepunkte auf der Route.

Kallaste (Kaffeepause)
Folgt man dem Ufer weiter, erreicht man Kallaste. Dieses Städtchen ist berühmt für seine roten Sandsteinklippen, die längsten des Landes. Über Jahrhunderte haben die Wellen des Peipussees Höhlen und Nischen in den Fels gegraben und bilden so eine beeindruckende Kulisse für einen Spaziergang am Wasser. Der Peipussee selbst ist so gewaltig, dass das gegenüberliegende Ufer oft im Nebel verschwindet und ihm den Reiz eines Meeres verleiht. Das Wasser bestimmt hier alles: von der Ernährung der Einheimischen bis hin zu den Wetterbedingungen, die sich plötzlich ändern können. Im Winter verwandelt er sich in eine endlose Eisfläche, auf die sich Fischer in ihren selbstgebauten Booten, den sogenannten Karakatitsa, hinauswagen.

Tudulinna
Die Route führt weiter vorbei an Mustvee, einem Zentrum religiöser Überzeugungen mit nicht weniger als fünf verschiedenen Kirchen, nach Tudulinna, das weiter nördlich liegt. Dieses Dorf schmiegt sich etwas versteckter in die Wälder und verströmt eine Atmosphäre ländlicher Abgeschiedenheit. Es ist vor allem für seine zwei nebeneinander stehenden Kirchen bekannt: eine alte Holzkirche, die langsam von der Natur zurückerobert wird, und ein neuerer Steinbau. Es ist ein melancholisches Bild, das die Vergänglichkeit menschlichen Schaffens in der Weite der estnischen Wildnis eindrücklich veranschaulicht.

Iisaku (Mittagspause)
Weiter nördlich liegt Iisaku. Hier erstreckt sich das Land der dichten Wälder und ausgedehnten Sümpfe der Provinz Ida-Virumaa. Den besten Ausblick bietet der Aussichtsturm auf dem Tärivere-Hügel, dem höchsten Punkt der Region. Von hier aus überblickt man ein Meer aus Bäumen, das sich im Herbst in ein Farbenmeer aus Gold und Feuerrot verwandelt. Iisaku beherbergt auch ein charmantes Museum, in dem man mehr über die „Halbvener“ erfahren kann, eine einzigartige Bevölkerungsgruppe, die estnische und russische Einflüsse vereint.

Kuremäe
Ein spiritueller Höhepunkt der Reise ist zweifellos Kuremäe mit dem Kloster Pühtitsa. Es ist das einzige aktive russisch-orthodoxe Nonnenkloster in Estland, und der Anblick der grün-goldenen Kuppeln, die sich über die Bäume erheben, ist wahrhaft beeindruckend. Das Gelände darf betreten werden, sofern die gebotene Stille gewahrt wird. Die Nonnen bestellen hier das Land, hacken ihr eigenes Brennholz und leben ein Leben der Hingabe. Besucher kommen von nah und fern, um Wasser aus der heiligen Quelle zu schöpfen, dem heilende Kräfte zugeschrieben werden. Ob religiös oder nicht, die friedvolle Stille und der Duft von Weihrauch, der zwischen den Mauern liegt, berühren jeden.

Jõesuu (Trinkstopp)
Von Kuremäe aus führt die Route zur Küste des Finnischen Meerbusens. Noch vor der Grenzstadt weht eine erfrischende Brise von Narva-Jõesuu. Einst der Lieblingskurort der Petersburger Aristokratie, zeugt dieser Ort noch heute von seiner einstigen Pracht in den verfallenen Holzvillen. Der kilometerlange Strand mit feinem, weißem Sand ist von Pinien gesäumt. Der markante rot-weiße Leuchtturm von Narva-Jõesuu markiert die Mündung der Narva ins Meer. Ein Ort der Besinnung, an dem man, während der Wind durch die Haare weht, über das Wasser nach Russland blicken kann.

Narva (Endziel)
Die Reise endet in Narva, einer Stadt, die Estlands komplexe Geschichte wie keine andere verkörpert. Hier stehen sich die Europäische Union und Russland buchstäblich gegenüber. Schloss Hermann mit seinen massiven weißen Mauern und dem Langen Hermannturm thront am estnischen Ufer, während die Festung Ivangorod bedrohlich gegenüber auf der russischen Seite aufragt. Der Fluss Narva ist die einzige Trennung zwischen diesen beiden Welten. Ein Spaziergang entlang der wunderschön angelegten Uferpromenade ist unerlässlich, um die Dynamik dieser Grenzstadt zu verstehen. Doch Narva ist mehr als nur eine Grenze. Sie ist auch die Stadt der Kreenholm-Fabrik, eines gigantischen Industriekomplexes aus roten Backsteinen, der einst der größte Textilproduzent des Russischen Reiches war. Obwohl die Maschinen heute schweigen, strahlen die gewaltigen Gebäude auf der Flussinsel eine rohe Kraft aus, die man nirgendwo sonst findet.

Diese Route von Tartu nach Narva ist keine Aneinanderreihung von Sehenswürdigkeiten, sondern eine langsame Entdeckungsreise. Sie lädt zum Innehalten und Nachdenken über die Vielschichtigkeit der Kultur und die Unbezwingbarkeit der Natur ein. Man erreicht nicht nur eine geografische Grenze, sondern auch ein tieferes Verständnis für ein Land, das seit jeher an der Schnittstelle von Ost und West liegt.

Tartu
Narva
Links
about Tartu
Lake Peipus
the Old Believers
the Puhtitsa Dormition convent
about Narva
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Routen in der Nähe
Leningrad Oblast
Über diese Region
Die Oblast Leningrad (russisch Ленинградская область/ Leningradskaja oblast) ist eine Oblast im nordwestlichen Teil Russlands. Das Gebiet umschließt Sankt Petersburg, der Sitz der Verwaltung befindet sich ebenfalls dort, die Stadt selbst ist aber eine eigene Verwaltungseinheit.
Im Gegensatz zur Stadt hat die Oblast nach einem Beschluss des dortigen Gebietssowjets ihren aus sowjetischer Zeit stammenden Namen beibehalten.
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96
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Routensammlungen in dieser Region
Estland
Entdecken Sie die Estland-Kollektion: Von mittelalterlichen Schätzen bis zur Ostseeküste
Estland ist eine faszinierende Mischung aus skandinavischem Pragmatismus, baltischer Geschichte und hypermoderner Innovation. Trotz seiner überschaubaren Größe bietet das Land eine beispiellose Vielfalt für jeden Reisenden: von unberührten Urwäldern bis hin zu pulsierenden Städten, in denen die Geschichte an jeder Ecke spürbar ist.

Die historische Nordküste
Ihre Reise beginnt zweifellos in Tallinn, der Hauptstadt. Die UNESCO-geschützte mittelalterliche Altstadt (Vanalinn) ist ein Labyrinth aus Kopfsteinpflastergassen, Wachtürmen und pastellfarbenen Häusern. Doch Estland hat weit mehr zu bieten als nur die Hauptstadt. Fahren Sie Richtung Osten nach Rakvere, wo eine imposante Burg aus dem 13. Jahrhundert mit einer riesigen Auerochsenstatue die Stadt überragt. Noch weiter östlich liegt Narva, eine Stadt mit einzigartiger Atmosphäre, in der die Burg Hermann direkt gegenüber der russischen Festung Ivangorod steht, getrennt nur durch einen Fluss.

Kultur und Begeisterung im Süden
Im Süden schlägt die Atmosphäre in Richtung intellektueller Romantik um. Tartu, die älteste Stadt des Baltikums und spirituelle Hauptstadt des Landes, pulsiert vor Studentenleben und prägt die renommierte Universität. Unweit davon liegt Viljandi, eine Stadt, die für ihr jährliches Volksfest und die stimmungsvolle Burgruine mit Blick auf einen malerischen See bekannt ist.

Wer Estlands tiefere Traditionen entdecken möchte, sollte Värska unbedingt besuchen. Hier schlägt das Herz der Seto-Kultur. Genießen Sie lokale Köstlichkeiten und die heilenden Schlammbäder. Ganz in der Nähe befinden sich die beeindruckenden Ruinen der Bischofsburg Vastseliina, einst ein bedeutender Wallfahrtsort und heute einer der stimmungsvollsten Orte des Landes.

Ruhe und Wohlbefinden am Meer
Die estnische Küste und die Inseln bieten eine willkommene Auszeit. Pärnu gilt als offizielle Sommerhauptstadt; seine breiten Sandstrände und eleganten Thermalbäder locken seit Jahrzehnten Sonnenanbeter an. Für ein authentisches Inselerlebnis empfiehlt sich eine Fährüberfahrt nach Saaremaa, wo Kuressaare mit einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen der Region empfängt.

Wer die Seenlandschaft sucht, findet in Tõrva eine Oase der Ruhe, umgeben von dichten Kiefernwäldern und kristallklarem Badewasser. Ob man nun die Stille der Natur oder die Dynamik der Stadt sucht – Estland überrascht mit der mühelosen Verbindung von Tradition und Zukunft.

Suchen Sie nach einer Reihe von Roadtrips mit historischen Städten, malerischen Dörfern, einzigartigen Orten und beeindruckender Natur? Dann bietet Ihnen diese Sammlung von sechs Routen die Möglichkeit für einen rundum gelungenen Urlaub. Die Routen lassen sich zudem hervorragend kombinieren, da jede Fahrt einen anderen Teil Estlands erkundet.



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6 Routen
1517.66 km
45h 56m
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Bredewater 16, 2715 CA Zoetermeer
The Netherlands
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